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KW 35 - oder die Geschichte vom weihnachtlichen Vorboten

„KW 35 - oder die Geschichte vom weihnachtlichen Vorboten “

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Bevor er seinen Siegeszug begann in diesem Land,
war er schon 350 v. Chr. im belgischen Diant bekannt.
Später hat er sich dann über Aachen in ganz Deutschland vermehrt,
und wird auch im Osten der Republik als Lecker- oder Labekuchen verehrt.
Einige meinen, das geht noch weiter zurück,
und haben dabei die Zeit der römischen Kaiser oder den Mittleren Osten im Blick.
Nun der Lebkuchen ist’s und der hat in seiner Bedeutung nichts mit Leben zu tun,
sondern kommt aus dem Lateinischen Wort „Libum“,
sprich Fladen, Opferkuchen, aus dem altgermanischen „Laib“,
und unser Gaumen nutzt ihn zum weihnachtlichen Zeitvertreib.

Ob nun der Lebzelter im Süden, oder der Lebküchler im Osten,
überall im Land bezogen einst nur Bäcker ihre Posten.
Bis der Einsatz von Backpulver Einzug hielt, in die industrielle Revolution,
und veränderte die Herstellung, den Geschmack und die Tradition.
Auch als Magenbrot bezeichnet, hat es schon früh seinen globalen Streifzug angetreten,
und ist seit dem 17. Jahrhundert gar im russischen Prjanik vertreten.
Auch im französischen Dijon - kennt man ihn schon.
Und im Norden Europas es ihm gut gefällt – im dänischen Christiansfeld.
Ob im polnischen Torun oder im tschechischen Pardubice,
Spitzkuchen ist angesagt - selbst in der hintersten Klitsche.
Ob als Aachener Printen oder Bentheimer Moppen,
der Penetrationsgrad eines Basler Läckerli ist kaum zu toppen.
Und dann ab KW 35 man überall in der industriellen Welt,
die ersten Paletten dieses Honigkuchens in die Supermärkte stellt.

So umfasst der Pfefferkuchen-Konsum bis Jahresende fast 17 Wochen!
Spätestens dann stecken einem Anis und Ingwer in allen Poren und Knochen.

Da aber nur vom Zusatznutzen wird die Welt regiert,
haben sich Lebkuchen-Varianten schon längst auch für andere Zwecke etabliert.
So zeichneten sich Hänsel und Gretel als die ersten Kinderstars aus,
und dies nur durch Knuspern und Knabbern an einem alleinstehenden Einfamilienhaus.
Heute werden damit Saucen vom Rehrücken und Hirschfilet aromatisiert,
oder als Dessert mit Mandeln und Zimteis kombiniert.
Und zu guter Letzt bleibt uns das Gaumenschätzchen noch als Mitbewohner erhalten,
in Zahnräumen, Lücken oder auch Spalten.
Ein meist braun glasiertes Küchlein, das Zusatznutzen stiftet und Freude bringt,
für jung und alt – für Eltern und Kind.
So ist der Pfefferkuchen ein Botschafter in bestem Weihnachtssinn,
und sorgt sogar für den Erhalt von Arbeitsplätzen in der Zahnmedizin.


Besinnliche Weihnachten wünscht Ihnen
Wolfgang Doell